Ich habe gelernt, dass der Weg nach oben selten geradlinig verläuft. Er führt über klare Ziele, mutige Gespräche und ein Netzwerk, das nicht nur aus Visitenkarten besteht, sondern aus relevanten Verbindungen, die halten. In diesem Artikel teile ich meine Erfahrungen—aus dem Alltag einer Karriere, in der Finanzen und Selbstbehauptung genauso wichtig sind wie Fachwissen. Es geht darum, Branchenkontakte gezielt zu knüpfen, ohne sich von Unsicherheiten aus der Bahn werfen zu lassen. Wenn ich heute zurückblicke, war das Netzwerken oft Türöffner, manchmal auch Lernlabor. Und dennoch bleibt eine Wahrheit konstant: Wer aktiv, zielgerichtet und authentisch vorgeht, baut Verbindungen, die Verantwortung, Chancen und Wissen in Einklang bringen.

Warum Netzwerken heute wichtiger ist

In vielen Branchen entscheidet nicht allein die Qualifikation über den Aufstieg, sondern das, was im Austausch rund um Projekte, Entscheidungen und Ressourcen geschieht. Beziehungen zu Schlüsselpersonen, die Verantwortung tragen oder Einfluss auf Budgetzyklen haben, beschleunigen Entscheidungen und liefern Sichtbarkeit, die allein durch eine gute Leistung nicht automatisch entsteht. Für mich war es ein Augenöffner, wie sich Gelegenheiten verschieben, wenn man nicht nur im Fachwissen, sondern auch in der Kommunikation gut aufgestellt ist.

Netzwerken bedeutet dabei mehr als Small Talk. Es bedeutet, Gelegenheiten zu erkennen, Mehrwert zu liefern und dabei die eigenen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. In meinen ersten Jahren habe ich verstanden, dass es nicht reicht, in Meetings präsent zu sein; man muss in zwischenmenschlicher Dynamik präsent bleiben: aufmerksam zuhören, relevante Fragen stellen, klar kommunizieren, was man braucht und was man zu geben hat. Dieses Gleichgewicht zwischen Hören und Sprechen hat mir geholfen, Türen zu öffnen, die auf den ersten Blick verschlossen wirkten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Professionalität der Kontakte, nicht die Quantität. Weniger, aber gezieltere Begegnungen haben oft eine stärkere Wirkung als viele flüchtige Gespräche. Dafür braucht es eine Momentaufnahme der eigenen Karriereziele, eine klare Vorstellung davon, welche Entscheidungsprozesse man beeinflussen möchte und welche Personen oder Gremien dazu beitragen können. Wenn ich heute an meine Netzwerkkraft denke, dann an jene Abende, an denen eine ehrliche Frage, eine gut formulierte Idee oder ein konkreter Follow-up eine Brücke gebaut hat, die Monate später zu einem neuen Projekt führte.

Meine Prinzipien beim Aufbau von Branchenkontakten

Ich beginne immer mit Klarheit: Wer soll mein Netzwerk unterstützen, wer wird von meiner Arbeit profitieren? Diese Frage wirkt wie ein Kompass. Ohne eine klare Zielrichtung verliert man sonst leicht den Fokus und damit auch Wirkung. Darum schreibe ich mir meine drei bis fünf Kernziele auf: Welche Branchenkontakte brauche ich? Welche Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sind relevant? Welche Art von Zusammenarbeit möchte ich anstoßen? Diese Ziele schreibe ich nieder, prüfe sie regelmäßig und passe sie an, sobald sich eine Gelegenheit zeigt.

Danach kommt die Frage der Relevanz. Ich suche nach Personen, die nicht nur Einfluss haben, sondern auch offen für Kooperationen sind. Eine faktenbasierte Recherche hilft, den richtigen Ort und das richtige Timing zu finden: Branchenveranstaltungen, Meetups, Fachverbände, Roundtables. Wenn ich eine Anfrage formuliere, verknüpfe ich sie mit einem konkreten Mehrwert: Welche Information, Unterstützung oder Ressource kann ich anbieten? Auf diese Weise entsteht kein lästiger Eindruck von Selbstvermarktung, sondern ein konkreter Nutzen für beide Seiten.

Authentizität ist mein weiteres Leitprinzip. Niemand kauft eine Performance, die nicht zu seiner Realität passt. Deshalb spreche ich offen über meine Ziele, meine Werte und auch über Grenzen. Wer ich bin, was ich weiß, wofür ich stehe – das macht Verbindungen glaubwürdig. Gleichzeitig übe ich mich in Demut: Ich frage nach Hilfe, ich anerkenne Stärken anderer und ich bedanke mich ehrlich. Diese Wärme, die aus ehrlichem Interesse entsteht, wirkt oft wie ein natürlicher Türöffner.

Branchenkontakte gezielt knüpfen – Schritte, die funktionieren

Zieldefinition: Wer ist meine ideale Ansprechpartnerin?

Ich beginne grundsätzlich mit einer konkreten Zielbeschreibung. Wer könnte meine nächste Karrierestufe beeinflussen? Welche Funktion, welches Unternehmen, welche Sparte? Je schärfer das Profil, desto gezielter kann ich vorgehen. In meinem Notizbuch halte ich fest, wofür diese Person steht, welche Themen sie bewegt und wie ich einen echten Nutzen anbieten kann. Das verhindert oberflächliches Netzwerken und erhöht die Trefferquote.

Damit verbunden ist die Frage, wie man eine Beziehung aus einer flüchtigen Begegnung entwickelt. Ich notiere mir, nach welchen Kriterien ein Kontakt langfristig wertvoll ist: Zugang zu Projekten, Mentoring, Sponsoring, aber auch die Bereitschaft, meine Ideen kritisch zu prüfen. Diese Kriterien helfen mir, Prioritäten zu setzen und bewusst Zeit in die richtigen Verbindungen zu investieren.

Recherche: Welche Events taugen?

Nicht jedes Event ist gleich wertvoll. Ich wähle sorgfältig aus, welche Veranstaltungen zu meinen Zielen passen. Dafür nutze ich Kalender, Branchennews und persönliche Empfehlungen. Wenn ich eine Strategie verfolge, orientiert sich meine Wahl an drei Parametern: Relevanz der Zielgruppe, Nähe zu meinen aktuellen Projekten und die Möglichkeit, in einem Mal engeren Kontakt zu relevanten Personen aufzubauen. Die Vorab-Recherche zahlt sich aus, weil der erste Eindruck vor Ort oft entscheidend ist.

Auf der Suche nach Kontakten plane ich im Vorfeld kurze Gesprächsthemen, die wie Brücken funktionieren. Ein aktuelles Projekt, ein konkreter Impuls, eine Frage, die zum Thema passt. Wer aufmerksam zuhört, entdeckt schnell, wo sich Überschneidungen ergeben. In solchen Momenten wird Networking weniger zum Zufall, sondern zu einer gezielten Interaktion mit klaren Anknüpfungspunkten.

Kontaktaufnahme: Erstkontakt, Elevator Pitch, Follow-up

Der erste Kontakt ist wie ein Kurzurlaub für das Gespräch danach: kurzweilig, respektvoll, zielorientiert. Mein Elevator Pitch ist kein Monolog, sondern eine klare, erinnerungswürdige Geschichte: Wer ich bin, welches Problem ich löse, welchen Mehrwert ich biete. Er hält sich in zwei bis drei Sätzen, bleibt fokussiert und lässt Raum für Fragen. Im Nachgang schicke ich eine kurze, individuelle Nachricht, die sich auf den Begegnungskontext bezieht und konkrete Schritte vorschlägt.

Beim Follow-up bleibe ich konsistent, aber nicht lästig. Eine kleine Danksagung, ein Verweis auf einen geteilten Link oder eine Einladung zu einem weiteren Austausch – all das festigt die Verbindung. Wichtig ist, dass der nächste Schritt klar ist: ein Meeting, ein Review eines Projekts, ein gemeinsamer Austausch von Informationen. So entsteht aus einem flüchtigen Kontakt eine Struktur, die in beiden Richtungen Mehrwert bietet.

Pflege der Beziehungen: regelmäßige, sinnvolle Kontakte

Beziehungen wachsen durch Kontinuität. Ich setze mir festgelegte Rhythmus-Termine, ohne die andere Person zu überfordern: jährliche Check-ins, halbjährliche Updates zu Projekten, gelegentliche Impulse, die zeigen, dass ich aufmerksam bin, aber nicht aufdringlich. Dabei geht es auch um Gegenseitigkeit: Welche Informationen, Lernangebote oder Netzwerke kann ich anderen anbieten? Wer mir hilft, kann oft von meiner Perspektive profitieren, wenn ich ihnen eine neue Sichtweise oder eine konkrete Unterstützung anbiete.

Eine einfache Regel hilft mir, die Balance zu wahren: Wenn ich eine Person länger nicht kontaktiert habe, plane ich nicht die nächste Beziehung, sondern setze auf Transparenz. Ich schreibe ehrlich, dass ich an der Beziehung arbeite, nenne einen konkreten Grund für die Verzögerung und schlage eine neue, realistische Kontaktmöglichkeit vor. Ehrlichkeit wirkt wie ein Reset-Knopf und bewahrt Vertrauen – eine Ressource, die sich nicht kaufen lässt.

Kanal Zweck Typische Maßnahmen
Persönliche Veranstaltungen Beziehungsaufbau, Sichtbarkeit Kurze Vorstellung, Follow-up per E-Mail, Einladung zu einem Gespräch
Online-Netzwerke Erweiterung der Reichweite, Recherche Beitragskommentare, direkte Ansprache, Informationsaustausch
Mentoring-Programme Lernpfad, Perspektivenwechsel Regelmäßige Treffen, Feedback, konkrete Aufgaben

Digitale Netzwerke – Online-Präsenz als Türöffner

Online-Präsenz ist kein Ersatz für echtes Netzwerken, aber sie öffnet Türen, die sonst verschlossen bleiben würden. Ich nutze digitale Plattformen, um Sichtbarkeit aufzubauen, Inhalte zu teilen, die Mehrwert liefern, und gezielt Kontaktanfragen zu platzieren. Wichtig ist dabei, dass mein Profil ein klares Profil meiner Kompetenzen vermittelt: Was ich tue, für wen ich es tue, und mit welchem Nutzen.

Bei LinkedIn, XING oder branchenspezifischen Plattformen achte ich darauf, konsistente Botschaften zu senden. Das bedeutet nicht, dass ich mich verstelle, sondern, dass ich meine Stärken klar kommuniziere. Jedes Profilbild, jede Beschreibung, jeder Link zu einem relevanten Projekt soll zeigen, wofür ich stehe und welche Ergebnisse ich liefern kann. Gleichzeitig bleibe ich bei der Haltung: respektvoll, kompetent, hilfreich – nie ehrgeizig um jeden Preis.

Die Kunst des Online-Netzwerks liegt auch im Dialog. Ich stelle offene Fragen, rege Diskussionen an, kommentiere mit Augenmaß und teile Ressourcen, die anderen echten Mehrwert bringen. Dabei bewege ich mich zwischen zwei Polen: Authentizität bleibt zentral, aber die Professionalität erfordert eine gezielte Vorbereitung jeder Interaktion – eine kurze, klare Nachricht, eine fokussierte Idee, ein konkreter Nutzen, der aus der Begegnung entsteht.

Praktische Leitlinien für die digitale Vernetzung

Ich plane meine Online-Aktivitäten wie eine kleine Kampagne: zwei bis drei Wochen intensives Netzwerken in einem thematischen Bereich, danach eine kurze Auswertung. Diese Struktur hilft mir, konsistent zu bleiben, ohne die Qualität der Kontakte zu gefährden. In der Praxis bedeutet das: Warte nicht darauf, dass andere dich finden, sondern gehe gezielt auf die richtigen Personen zu und liefere sofort einen Mehrwert.

Eine einfache, aber effektive Praxis ist das monatliche Teilen einer Mini-Studie oder Erkenntnis aus einem Projekt. So bleibe ich sichtbar, ohne zu werblich zu wirken. Außerdem nutze ich kurze Video- oder Audio-Formate, um meine Persönlichkeit stärker zu zeigen. Authentische Einblicke in meine Arbeitsweise, mein Denken und meine Erfolge machen mir glaubwürdiger und nahbarer.

Finanzen und Karriere – wie Netzwerkstrukturen finanziell wirken

Netzwerkqualität hat auch finanziellen Einfluss. Beziehungen zu Entscheidungsträgerinnen und -trägern können den Zugang zu Budgetzyklen, Fördermitteln, Projekten oder Senior-Positionen erleichtern. Doch der finanzielle Nutzen entsteht nicht automatisch. Er entsteht, wenn ich klar kommuniziere, welchen finanziellen Einfluss meine Arbeit hat, welche Kostenseite sinnvoll investiert wird und welche Risiken es gibt. Transparenz schafft Vertrauen – und Vertrauen senkt Barrieren bei Verhandlungen.

Ich nutze Networking nicht ausschließlich, um Gehaltserhöhungen zu erreichen, sondern auch, um zu verstehen, wie Budgets in Projekten entstehen, welche Kriterien für Investitionen gelten und welche Parameter Stretch-Ziele definieren. Indem ich diese Zusammenhänge erkenne, kann ich besser einschätzen, welche Kontakte langfristig wertvoll sind und wie ich sie sinnvoll pflege. Finanzen fließen so in eine strategische Karriereplanung ein, statt als zufällige Einflussgröße aufzutauchen.

Ein konkretes Beispiel: Durch eine Verknüpfung aus operativer Exzellenz und strategischem Networking habe ich es geschafft, in einem späten Stadium eines Projekts eine zusätzliche Ressource zu sichern. Das Ergebnis war nicht nur eine bessere Projektperformance, sondern auch eine sichtbare Steigerung des Budgetvolumens, die meine Verhandlungsposition stärkte. Solche Erfahrungen zeigen, wie eng finanzielle Wirkung und gezieltes Netzwerken miteinander verwoben sind.

Stil und Assertivität: wie man Gespräche steuert

Assertivität bedeutet nicht Dominanz; es bedeutet Klarheit darüber, was man will, und den Mut, es zu formulieren. In Gesprächen steuere ich den Fluss durch klare Struktur: Kontext, Problem, Lösung, Nutzen. Wenn ich diese Bausteine erreiche, wirkt mein Beitrag nicht wie ein Verkaufsgespräch, sondern wie eine fachliche Einladung zu einer Zusammenarbeit. Das hat mir in Verhandlungssituationen oft den nötigen Rückenwind gegeben, ohne aggressiv zu erscheinen.

Ein praktisches Beispiel: In einem Gespräch mit einer potenziellen Sponsorin für ein gemeinsames Projekt habe ich zuerst die übergeordnete Zielsetzung beschrieben, dann den konkreten Bedarf an Ressourcen skizziert und schließlich meinen Lösungsvorschlag vorgestellt. Die Reaktion war positiv, weil sie sah, dass ich den Blick fürs Ganze habe und gleichzeitig konkrete Schritte anbieten kann. So entsteht Vertrauen, und Vertrauen ist eine der zuverlässigsten Währungen im Networking.

Natürlich gehört Übung dazu. Ich trainiere meine Gesprächsführung in Alltagssituationen – mit Kolleginnen, Freundinnen oder sogar in formellen Settings – und sammle Feedback. Ein kurzer Check nach jedem Austausch, wie klar meine Botschaft war, welche Fragen gestellt wurden und wo ich nachjustieren kann, sorgt dafür, dass ich mit jeder Begegnung sicherer werde. Assertivität heißt vor allem, den eigenen Wert zu kennen und ihn respektvoll zu kommunizieren.

Erfahrungen aus dem eigenen Leben

Ich erinnere mich an eine Begegnung auf einer Branchenkonferenz, bei der ich mir sagte: Jetzt oder nie. Die Person, die ich ansprach, hatte Einfluss auf mehrere Projekte, die zu dem Zeitpunkt in meiner Pipeline noch ungklärt waren. Ich stellte eine prägnante Frage, präsentierte eine Idee, die direkt zu einem laufenden Thema passte, und bot eine konkrete Kooperation an. Der Verlauf des Abends zeigte mir, wie viel Wirkung eine gut formulierte Idee – verbunden mit echter Bereitschaft zur Zusammenarbeit – entfalten kann. Das Gespräch endete mit einem Follow-up, das später zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit führte.

Eine andere Erinnerung ist eine Mentoring-Beziehung, die sich aus einer zufälligen Begegnung entwickelte. Ich bat um kurze Rückmeldung zu einem Entwurf eines Vorschlags, erhielt konstruktives Feedback und merkte bald, wie sich meine Perspektive erweiterte. In der Folge bekam ich nicht nur hilfreiche Ratschläge, sondern auch Zugang zu weiteren relevanten Kontakten. Diese Erfahrungen bestätigen mir, wie wertvoll es ist, offen zu sein, Fragen zu stellen und zugleich die Bereitschaft zu zeigen, etwas zurückzugeben.

In meinem Alltag sehe ich häufig junge Kolleginnen, die sich zu sehr auf fachliche Kompetenzen konzentrieren und dabei die soziale Seite des Netzwerkens vernachlässigen. Meine Botschaft lautet: Kombiniere beides. Du brauchst Fachwissen, ja, aber du brauchst auch Sichtbarkeit, Verständigung und Relevanz innerhalb deines Netzwerks. Wenn du beides zusammenbringst, entsteht eine Kraft, die Türen öffnet, ohne dass du dich verstellen musst.

Konkrete Übungen, um das Netzwerk nachhaltig zu stärken

Netzwerkstrategien für Frauen – Branchenkontakte gezielt knüpfen. Konkrete Übungen, um das Netzwerk nachhaltig zu stärken

Beginne diese Woche mit einer klaren Zielsetzung: Wer soll dich in den nächsten sechs Monaten unterstützen, und welche Art von Unterstützung ist sinnvoll? Erstelle eine Liste mit fünf relevanten Kontakten, dazu drei konkreten Gesprächsthemen. Schreibe eine individuelle Nachricht, die du direkt verschickst oder in einem persönlichen Gespräch einbringst. Mache dir eine Notiz, wie du den Mehrwert für die andere Person formulieren willst und wie du das Follow-up strukturieren wirst.

Führe ein kleines Tracking-System: Wen hast du kontaktiert, wann, was war der Kontext, welche Reaktion gab es, welcher nächste Schritt ergibt sich daraus? Halte auch fest, wie du an deine Ziele erinnerst – das können regelmäßige Erinnerungen in deinem Kalender sein oder eine kurze wöchentliche Reflexion. Diese Disziplin macht Netzwerken planbar statt zufällig.

Eine weitere Übung: Schreibe dir drei Fragen auf, die du in jeder Begegnung stellen kannst, um Tiefe zu erreichen. Zum Beispiel: „Welche Entscheidung hat den größten Einfluss auf Ihr aktuelles Budget gehabt?“ oder „Welches Projekt hat Ihnen zuletzt am meisten Lernpotenzial geboten?“ Solche Fragen zeigen Interesse, eröffnen neue Perspektiven und liefern Gesprächsstoff, der über standardisierte Gespräche hinausgeht.

Schlüsselprinzipien für nachhaltigen Erfolg

Erfolg beim Netzwerken entsteht, wenn Ziele, Werte und Mehrwert zusammenkommen. Das bedeutet, dass du deine Kräfte dort einsetzt, wo deine Stärken am besten wirken, und zugleich offen bleibst für Neues. Wenn ich auf meine Erfahrungen zurückblicke, sehe ich, dass gezieltes Netzwerken oft weniger mit Glück zu tun hat, sondern mit konsequenter Planung, echter Neugier und der Bereitschaft, sich auf andere Perspektiven einzulassen. Diese Mischung macht Netzwerkarbeit sichtbar, greifbar und vor allem glaubwürdig.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist Höflichkeit, die klare Grenzen respektiert. Ich sage Nein, wenn eine Gelegenheit nicht zu meinen Zielen passt oder wenn der Aufwand die potenziellen Vorteile nicht rechtfertigt. So schütze ich meine Zeit und Energie, und ich bleibe dennoch offen für echte Optionen, die eine Bereicherung darstellen. Dieses Gleichgewicht aus Mut, Selbstschutz und Respekt prägt mein Networking-Handwerk.

Praxisbeispiele aus der Branche

In einer Abteilung, in der ich gearbeitet habe, führte eine gezielte Kontaktpflege mit einer Projektleiterin zu einer gemeinsamen Initiative, die sich aus der reinen Fachkompetenz heraus entwickelte. Wir identifizierten eine Lücke in der Ablauforganisation, lieferten zusammen eine Lösung und setzten den Plan in zwei Phasen um. Das Ergebnis war eine überdurchschnittliche Performance des Projekts und die Anerkennung durch das Management, die sich in einer verbesserten Budgetplanung niederschlug. Solche Kooperationen entstehen dort, wo Kompetenz und Koordination zusammenkommen.

Ein weiteres Beispiel zeigt, wie Online-Meetings effektiv sein können. Ich knüpfte Kontakt zu einer Expertin über eine thematische Diskussionsrunde, die wir beide besuchten. Kurze, gezielte Nachrichten führten schließlich zu einem gemeinsamen Webinar, das unseren Fachbereich stärkte und mir direkten Zugang zu einem neuen Netzwerksegment eröffnete. Der Schlüssel war hier Nähe zum Thema, klare Struktur des Dialogs und der Mut, den ersten Schritt zu gehen.

Risikobewertung und Ethik im Networking

Netzwerken birgt auch potenzielle Risiken: Missverständnisse, falsche Erwartungen, Überforderung. Deshalb ist es wichtig, Transparenz zu wahren und die Ethik der Begegnungen zu beachten. Wenn ich eine Person um Unterstützung bitte, formuliere ich klar, welche Art von Unterstützung sinnvoll ist und welche Erwartungen realistisch sind. Gleiches gilt, wenn ich etwas anbiete: Ich schlage konkreten Mehrwert vor, der messbar ist und den ich authentisch liefern kann. So entstehen Beziehungen, die belastbar sind und auch dann tragen, wenn sich Umstände ändern.

Ein weiterer Aspekt betrifft Diversität im Netzwerk. Ich strebe ein Umfeld an, das unterschiedliche Perspektiven und Hintergründe integriert. Das bedeutet, dass ich aktiv Menschen aus verschiedenen Branchen, Rollen und Erfahrungsständen in mein Netzwerk aufnehme. Vielfalt erhöht die Qualität von Entscheidungen, eröffnet neue Denkweisen und macht Networking insgesamt robuster.

Abschlussgedanken – Netzwerken als kontinuierlicher Prozess

Netzwerkstrategien für Frauen – Branchenkontakte gezielt knüpfen ist kein Event-Plan, sondern eine Lebenshaltung: Wir definieren Ziele, bauen Relevanz auf, pflegen Beziehungen und investieren klug in unsere finanzielle Zukunft. Es geht darum, Qualität über Quantität zu stellen, Mut zu zeigen und sich selbst treu zu bleiben. Wenn ich heute auf meine Entwicklung blicke, sehe ich, wie sich aus kleinen, gut geplanten Schritten eine Karriere entfaltet hat, die nicht nur Spuren im Lebenslauf hinterlässt, sondern auch im Wirkungskreis der Projekte, an denen ich beteiligt bin.

Ich fasse meine Erfahrungen gern so zusammen: Netzwerken ist eine Form der Selbstfürsorge – eine Investition in das eigene Potenzial, die sich langfristig auszahlt. Es ist eine Praxis der Klarheit, nicht der Jagd. Und es ist eine Kunst der Zusammenarbeit, die Großzügigkeit, Respekt und eine klare Vision miteinander verbindet. Wenn du dich darauf einlässt, wirst du sehen, wie sich Türen öffnen, die du vorher nicht gesehen hast – Türen, hinter denen sich neue Projekte, neue Gremien und neue Lernfelder verbergen.

Zum Schluss bleibt festzuhalten: Die besten Verbindungen entstehen dort, wo du dich ehrlich zeigst, konkrete Mehrwerte bietest und regelmäßig in den Dialog trittst. Die Haltung, die ich heute vertrete, ist einfach: Sei mutig, sei authentisch, sei nützlich. Dann findest du nicht nur Kontakte, sondern Partnerinnen und Partner, mit denen du gemeinsam wachsen kannst. Und genau das macht Netzwerken zu einer kraftvollen, positiven Kraft in deiner Karriere. So endet dieser Beitrag nicht mit einer bloßen Zusammenfassung, sondern mit einer Einladung: Probiere die nächsten Schritte aus, baue dein persönliches Netzwerk weiter aus und lass dich überraschen, wie viel sich dadurch in deiner Karriere bewegt. Denn echte Verbindungen setzen Kräfte frei, die allein kaum erreichbar wären.

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